Positives Signal vom Schulamt Böblingen: Genehmigung auch einzügig möglich ohne Kooperation
Positives Signal vom Schulamt Böblingen: Genehmigung auch einzügig möglich ohne Kooperation
Von Volker Held- Bericht aus Böblinger Kreiszeitung 5.11.2009
WEIL IM SCHÖNBUCH. Nachdem der Gemeinderat Schönaich einer Kooperation eine Abfuhr erteilte hatte, möchte die Gemeinde Weil im Schönbuch die Einrichtung einer Werkrealschule nun im Alleingang angehen. Das beschloss der Gemeinderat am Dienstag in einer Sondersitzung vor 30 Zuhörerinnen und Zuhörern, die nach der Beschlussfassung applaudierten.
Nach dem Beschluss des Gemeinderats, der unter dem Vorbehalt der Zustimmung der schulischen Gremien steht, soll die Werkrealschule am Schulstandort Weil im Schönbuch ab dem Schuljahr 2010/2011 als alleinige Stammschule ohne Außenstellen starten. Die Tür zu einer Kooperation mit Schönaich lässt der Weiler Gemeinderat im Beschluss ausdrücklich offen. Über die Einrichtung einer Ganztagesschule und deren pädagogische und bauliche Auswirkungen will der Gemeinderat zu einem späteren Zeitpunkt beraten und entscheiden. Der Gemeinderat beschloss auch, dass der Schulbezirk Weil im Schönbuch für die Werkrealschule bis zum 31. Juli 2016 festgelegt wird.
Bürgermeister Wolfgang Lahl hat im Vorfeld vom Schulamt die Zusage "einer sorgfältigen Prüfung auf Umsetzbarkeit" erhalten. Er ist deshalb optimistisch, dass die Werkrealschule im Alleingang ohne Kooperationspartner und ohne die eigentlich vorgeschriebene Zweizügigkeit genehmigt werden könne - mit der Begründung, dass die Schule auch bisher schon eine 10. Klasse als Werkrealschule geführt hat. Entschieden wird im Kultusministerium darüber allerdings erst Mitte Januar 2010.
"Wir stehen als Kollegium hinter dem Beschluss", versicherte Schulleiter Karl Heinz Hartmann. Hartmann zeigte sich zuversichtlich, dass in der "neuen Form der Schule" gute Ergebnisse erzielt werden können.
Gegen die Beschlüsse, die sonst alle Ratsmitglieder befürworteten, stimmte Brigitte Weiler (SPD), die das "im Hauruckverfahren durchgesetzte neue Bildungssystem der Werkrealschulen nicht unterstützen" will. "Wir haben nur diesen einen Strohhalm, an dem wir uns festhalten können, um aktiv an der Schulentwicklung dran bleiben zu können", hielt dem Thomas Müller (CDU) entgegen. Bürgermeister Lahl hielt dem Gremium vor Augen, dass die Gemeinde ohne Werkrealschule nur noch eine Grundschule haben wird: "Die Hauptschule ist ein Auslaufmodell."
Schulbezirk im Widerspruch einer UN-Konvention?
Gegen die Festlegung eines Schulbezirks für die Werkrealschule wehrte sich Maria Staber (UBW). Die Festlegung des Schulbezirks und der damit verbundenen Einschränkung der Schülerinnen und Schüler in der Schulwahl widerspreche der aktuellen UN-Konvention, argumentierte die Gemeinderätin. "Mit der Nutzung der Übergangsregelung wollen wir ein Hauen und Stechen um die Schüler in der Anfangsphase der Werkrealschule verhindern", hielt Bürgermeister Lahl dagegen. Und Armin Kolb (CDU) gab mit Blick auf die Beschlüsse anderer Gemeinden zu bedenken, dass die Schleuse nur in eine Richtung geöffnet werde. Am Ende stimmten neben Brigitte Weiler(SPD) nur die UBW-Ratsmitglieder Staber, Gerhard Frech und Christine Himmelein gegen die Festlegung des Schulbezirks, alle anderen dafür.
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