IG Metall kritisiert Ministerpräsident Oettinger und SPD-Chefin Vogt

Veröffentlicht am 25.06.2009 in Arbeitsgemeinschaften

Hofmann: Rente mit 67 muss auf den Prüfstand

Stuttgart – Die IG Metall Baden-Württemberg fordert die Rente mit 67 möglichst rasch auf den Prüfstand zu stellen.

„War die Reform selbst vor dem Hintergrund eines anziehenden Arbeitsmarktes eine Fehlentscheidung, gilt dies jetzt umso mehr. Die Regierung sollte darauf verzichten und rasch das Aussetzen der Rente mit 67 erklären“, sagte IG Metall-Bezirksleiter Jörg Hofmann dazu heute in Stuttgart.
Er forderte die Überprüfungsklausel anzuwenden, die heute schon im Gesetz verankert ist. Als Gründe für seine Forderung nannte er die in den letzten Monaten „rapide gesunkenen“ Beschäftigungschancen älterer Menschen und einen drohenden weiteren Anstieg der Jugendarbeitslosigkeit, wie er bereits in den jüngsten Arbeitsmarktstatistiken abzulesen sei. Dort sei ein „überproportionaler Anstieg“ der Arbeitslosigkeit jüngerer Menschen festzustellen.
„Die Krise am Arbeitsmarkt wird wahrscheinlich länger dauern als uns allen lieb ist und der Strukturwandel in der Wirtschaft als Folge der Wirtschaftskrise wird sich beschleunigen“, so Hofmann. Um dem entgegenzutreten brauche es einer verkürzten Lebensarbeitszeit, „wenn Beschäftigte nicht nach 40 und mehr Arbeitsjahren schuldlos zu Hartz IV-Empfängern ohne Perspektive werden sollen.“
Hofmann plädierte außerdem für eine Wiederaufnahme der geförderten Altersteilzeit um den Beschäftigten auch in Zukunft einen flexiblen Ausstieg aus dem Erwerbsleben zu fairen Bedingungen zu ermöglichen. In diesem Zusammenhang widersprach er „politisch motivierten Zahlenspielen“ über ein Ansteigen des realen Rentenzugangsalters. Dieses Ansteigen ergebe sich weitgehend aus der breiten Anwendung der Altersteilzeit. Die lasse die Menschen zwar früher aus den Betrieben, der Bezug der gesetzlichen Rente beginne aber erst mit dem Ende der Freistellungsphase.
Kritik übte Hofmann in diesem Zusammenhang auch sowohl am baden-württembergischen Ministerpräsidenten Günther Oettinger, wie auch an der SPD-Landeschefin Ute Vogt: „Wer noch immer ohne Wenn und Aber an der Rente mit 67 festhält und eine Überprüfung des Gesetzes ablehnt, der nimmt die Realitäten der Arbeitswelt und des Arbeitsmarkts nicht zu Kenntnis oder – noch schlimmer - er kennt sie schlichtweg nicht.“

Kai Bliesener
Pressesprecher

 

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